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Buchrezension - "Barf für Hunde" von Marianne Kohtz-Walkemeyer

 

 

Hintergrund und Thematik:

 

Hundefutter ist neben den Tierarztkosten der Hauptkostenfaktor für Hundehalter. Hoher Wettbewerb und sparsame Kunden haben einen Kostendruck erzeugt, welcher an einer Stelle in der Produktionskette Konsequenzen haben muss. Häufig führt dies dazu, dass besonders preiswerte Futter auf Zutaten von sehr niedriger Qualität zurückgreifen. Während das vom Boulevard als "Gammelfleisch" bezeichnete Fleisch noch zu einer Empörungswelle führte, ist solch minderwertiges Material im Tierfuttersegment in der Realität eher normal.

Als Alternative zu hochwertigem und entsprechend auch kostenintensiverem Fertigfutter hat sich das "BARFen" (BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) etabliert. Zweifelsohne sind auch der Wunsch nach der völligen Transparenz der Hundenahrung und ein fundamentales Misstrauen gegenüber Futterherstellern Erfolgsgründe.

Doch wie sieht so eine Ernährung im Alltag aus? Eine artgerechte Ernährung enthält nicht ausschließlich Fleisch und der Halter muss sich mit dem Nährstoffbedarf des Hundes gut auskennen.

Der Ratgeber "Barf für Hunde" gibt in 64 Seiten einen Überblick.

 

Aufbau des Buches:

 

Zu Beginn wird die Thematik erläutert und der Frage nachgegangen, was B.A.R.F. ist und wofür es steht. Der obligatorische Vergleich zum Wolf, welcher im Bezug auf das Verdauungssystem auch sehr richtig und angebracht ist, darf natürlich nicht fehlen. Der  Verdauungsvorgang wird im Folgenden erläutert und anschließend Überblick über Nährstoffe gegeben.

Nachdem diese Grundlagen erläutert sind, werden die Speisebestandteile durchgegangen und die Grundfrage bearbeitet: "Was darf in den Napf?". B.A.R.F. typisch werden zunächst Fleisch, Knochen und Knorpel behandelt. Welche Fleischsorten sind geeignet und welche organischen Bestandteile der Schlachttiere. Anschließend werden Obst und Gemüse thematisiert.

Damit ist schon eine Basis für die Rohfütterung geschaffen. Nicht minder wichtig sind jedoch auch die kleineren Zutaten. Nachfolgend kommen also die Themenblöcke "Öle und Fette", "Milchprodukte und Eier" und "Kräuter, Keime und Nüsse" dran. Das beispielsweise Milchprodukte nicht typisch für den Speiseplan sind wird angemessen erläutert. Auch das, teilweise zu Problemen führende, Getreide wird daraufhin ehrlich betrachtet. Als abschließendes Element der Speise werden Nahrungsergänzungsmittel betrachtet.

Der nächste Bereich widmet sich praxisnäheren Fragestellungen. Also wie viel Futter braucht mein Hund? Wie gestaltet sich dies individuell bei Welpen oder bei trächtigen Hündinnen und ein Futterplan wird vorgestellt.

Der finale Bereich widmet sich insbesondere Problemfragen: "Was tun bei Durchfall?", "Was tun bei Erbrechen?", Allergien, Probleme mit Organen wie der Bauchspeicheldrüse oder die Frage nach der Fütterung im Urlaub.

 

Persönliche Meinung zum Buch:

 

Der Ratgeber gibt einen kurzen aber angemessenen Überblick über die Thematik. Ideal also für Halter, welche interessiert sind und mal reinschnuppern möchten. Durch den kompakten Umfang ist der Leser ohne zu ermüden schnell durch, hat jedoch tatsächlich viele grundlegende Informationen erhalten. Auch ist es mit den Erkenntnissen und Hilfen durchaus möglich das Rohfüttern real auszuprobieren.

In fast jedem Buch über das Barfen finden sich diskutable bis grenzwertige Informationen und Empfehlungen. Häufig auch esoterische Tendenzen, welche bedenkliche Ratschläge hervorbringen. Erfreulicherweise konnte ich in diesem Ratgeber, in dieser Hinsicht, bisher keine großen Schwachstellen identifizieren.

 

Fazit:

 

Ein sinnvoller Ratgeber für interessierte Halter, zu einem sehr attraktiven und auch gerechtfertigten Preis.

 

Zum Artikel: BARF für Hunde: Den besten Freund gesund ernähren

 

Autor der Rezension:

Andreas Moser

Weiteres:

ISBN-13: 9783833836367
Einband: Taschenbuch
Seiten: 64
Gewicht: 181 g
Sprache: Deutsch

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